Sei deine eigene Führungskraft

Holger Heid • 17. August 2026

Diese drei Schritte wirken stärker als du denkst


Ich habe schon viele Kundengespräche geführt, in denen mir meine Gegenüber verzweifelt sagten, dass sie trotz guter Selbstorganisation, starker Willenskraft und hoher Disziplin ihre Vorsätze und Ziele nicht schafften.


Alle hatten eines gemeinsam…


Und wenn ich nachfragte, woran es denn dann liegen könnte, kam stets Leere.


Die Ursache überrascht, vielleicht auch dich?


Es hat mit innerem Widerstand zu tun, der immer dann entsteht, wenn du dir selbst den Rahmen zu eng steckst.


In der Psychologie nennt sich das Reaktanz. Sobald wir unsere Freiheit eingeschränkt erleben, entsteht ein innerer Widerstand, der uns genau zu dem Verhalten treibt, das wir eigentlich vermeiden wollten. Das gilt auch, wenn die Einschränkung von uns selbst kommt.


Drei Mechanismen, die dabei eine Rolle spielen:

1/ Strikte Verbote erzeugen den größten Widerstand
→ Je absoluter eine Regel formuliert ist, desto stärker der Impuls, genau dagegen zu handeln.
→ "Nie wieder" hält nicht so lange an wie „immer seltener".

2/ Fremdbestimmung fühlt sich an wie Kontrolle, auch von dir selbst
→ Vorsätze, die wie Befehle klingen, aktivieren denselben Widerstand wie Vorgaben von außen.
→ Formulierungen, die Wahlfreiheit lassen, lösen diesen Widerstand seltener aus.

3/ Reaktanz wirkt auch verzögert
→ Der Widerstand zeigt sich oft nicht sofort, sondern erst, wenn der Druck über Tage angehalten hat.
→ Deshalb scheitern viele Vorsätze nicht am ersten Tag, sondern zwischen der zweiten bis achten Woche.


Selbstführung hat viel mit Loslassen und Freiraum zu tun. Das gestehen sich aber die wenigsten zu.

Frag dich selbst mal, wo du dir zu wenig Raum lässt. Und nicht, wo du noch disziplinierter und stringenter sein müsstest.

Nicht jeder Widerstand muss überwunden werden. Manche Widerstände wollen verstanden werden.


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